Für Nostalgiker und Neugierige - Auszüge aus der Chronik unseres Gartenvereins. 

 


Damals war das Gartenheim noch nicht hinter den Linden verschwunden. 

 

Die folgenden Textauszüge zur Geschichte unseres Vereins wurden Band I der Chronik unserer Gartenanlage entnommen, verfasst 1965 von Richard Möbius, dem 2. Vorsitzenden des Vereins.

 

Das Verlangen nach Luft, Licht und Sonne führte im März 1920 eine Anzahl Jahnsdorfer Männer des unteren und oberen Ortes zusammen mit dem Vorhaben, einen Schrebergartenverein zu gründen.

Der Gartenfreund Bruno Österreich übernahm den Vorsitz und der damalige Gemeindevorstand Herr Becher übergab ihm das Gelände auf 12 Jahre am Hang an der Adorferstraße. Noch im selben Monat setzte eine rege Tätigkeit ein, im Verein, in den Ausschüssen gab es viel Arbeit. Es wurden die Gärten verteilt, das gesamte Gelände vermessen, Umzäunung gebaut, Brunnenbau durchgeführt. Es zeigte sich aber bald, dass der Bedarf an Gärten stetig stieg. Auf Antrag wurden uns am 9.9.1924 nochmals 19 Gärten in Richtung obere Siedlung, jetzt Otto-Buchwitzstraße, zugeteilt, eine käufliche Übernahme der gesamten Anlage aber abgelehnt, da Bebauung ganz nahe liege.

Schon am 23.7.1923 wurde ein Grundstock gelegt zum Bau des alten Gartenheimes. Am 9.11.1925 fand nach vorherigen Richtfest die Weihe dieses bescheidenen Aufenthaltsraumes statt, wie groß war da die Freude, als der Bau von einigen Mitgliedern fertiggestellt war.

Inzwischen hatten auch die Mitglieder des oberen Ortes im Pfarrgrund das nötige Gelände erhalten, leider trennten sie sich 1929 wieder von uns, um sich selbständig zu machen.

Bereits 1928 war es um den Bestand unserer Anlage geschehen, all die viele Arbeit war umsonst gewesen. Es entstanden Siedlungshäuser auf dem ganzen Gelände.

Dem Schrebergartenverein wurden ca. 13000 qm Brachwiesenland vom damaligen Gemeindegut, Adorfer Flur, am Grenzweg zugewiesen.

Am 23.8.1928 fand in Gegenwart unseres engeren Ausschusses, dem Gemeindegutsausschuss und Kreisabgeordneten Herrn Gießen, Stollberg, die Übergabe statt und das alte Gelände musste noch im alten Jahr geräumt sein.

Von Neuem ging es unentwegt an die Arbeit. Planmäßig wurde die Anlage vermessen und die Einteilung der Gärten, Wege und Plätze vorgenommen. Wieder musste Außenumzäunung in Maschendraht und Eisen in Beton geschaffen werden. Dazu lieh uns die Gemeinde 2000,-DM, die wir abzahlen und verzinsen mussten.

Einen Brunnen als Ersatz dessen in der alten Anlage bekamen wir ebenfalls von der Gemeinde gebaut.

Auch das alte Gartenheim war abgetragen und am jetzigen Standort aufgestellt worden und dient wieder den bekannt guten Zwecken.

Bereits am 27.1.1929 beschloss eine Mitgliederversammlung den Bau eines Gartenheimes. Am 23.2.1929 erfolgte der erste Spatenstich und nach all den nötigen Formalitäten über Bauweise und Finanzierung konnte der Baumeister Herr Louis Thieme im August 1929 den fertigen Bau übergeben. Am 17./18. August 1929 fand die „Weihe“ statt.

Durch Anteilscheine der Mitglieder und kleine Anleihen bei Lieferfirmen und dazu die hochherzige Gutsage dreier Mitglieder, die durchaus nicht unerwähnt bleiben darf, war eine restlose Bezahlung gesichert.

So manche großen Arbeiten ließen sich noch aufzählen, die sich in den Jahren notwendig machten, wie Dachreparaturen, Abortanbau, massive Mauer von außen, Bau des großen Tores, Bau des zweiten Brunnens, einer wurde eingefüllt, da ohne Wasser, Bau einer Beschleußung, Spielplatz für Kinder, die Kegelspiele, Außenzaunerneuerung, Erweiterung der Außenbeleuchtung, Innendekorationsmalerarbeiten, dazu dann noch neue Vorhänge und Tischdecken.

 

Vorbereitung zum Erntefest.

 

1958 wurde auch ein neuer Pachtvertrag mit der Gemeinde abgeschlossen, nachdem uns 1956 das Gelände außerhalb des Fußweges Jahnsdorf-Adorf zugesprochen wurde... Im Frühjahr 1957 wurde der Weg, der dann mitten durch unsere Anlage schnitt, geschlossen und so konnten wir nach und nach 6500 qm vergeben und Gärten dem geschlossenen Ganzen anfügen.

Im Mai 1960 machte sich leider wieder eine einschneidende Maßnahme notwendig. Durch die Verlegung und den Ausbau der Straße nach Adorf mussten wir Teile von Gärten, auch ganze Gärten abtreten, andernteils erhielten einige Parzellen mehr Grundstück.“

 

Festwagen des Vereins zum Schulfest.

 

Gartenfest 1964

 

 

Es folgt ein kleiner Zeitsprung:  die letzten Einträge von Teil I der Chronik waren die von 1964, der zweite Teil wurde 1978 begonnen.


1979 entstand die Anlage II.

12 Gärten wurden neu errichtet.


 

1983 -1984 - Es werde Licht...

Die Voraussetzung für elektrische Rasenmäher, Häcksler und anderes Lärmgerät wurde gelegt. :-)


 

Aber nun herrscht winterliche Ruhe, ob nun mit oder ohne Strom.